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Freiheitsredner vorgestellt: Christoph PDF Drucken E-Mail

Um unserem Netzwerk ein persönliches Bild zu geben, haben wir uns entschlossen, auf unserem Portal in wechselnder Reihenfolge eine Freiheitsrednerin oder einen Freiheitsredner vorzustellen. Heute stellt sich Christoph Brüning vor.

 

 Steckbrief:

Christoph Brüning

Beruf:

Studienreferendar für Deutsch und Philosophie

Wohnort:

Siegen

Alter:

27

Interview

Wie bist du auf die Freiheitsredner aufmerksam geworden?

"Klassisch", wenn man so will, über den Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. 2007 waren wir mit ein paar Siegenern auf der Demo im Frankfurt (unsere erste Datenschutzdemo überhaupt) und haben uns auf der Rückfahrt im Zug überlegt, dass wir uns auch lokal für Datenschutz engagieren müssen und es nicht bei der Demoteilnahme allein bleiben darf. Kurze Zeit später kam im AK dann die Idee der Freiheitsredner hoch.

Was hat dich bewogen, den Freiheitsrednern beizutreten?

Berufsbedingt fällt mir das Reden leicht und ich halte das aufklärerische Anliegen der Freiheitsredner für unverzichtbar in unserer Gesellschaft, daher war die Teilnahme für mich ein Muss.

Wo/bei wem hast du bisher Vorträge/Reden gehalten?

Ich bin für die beiden Kölner Datenschutzdemos 2007 und 2008 als Redner angefragt worden und habe auch schon hier und da Vorträge gehalten und Diskussionen moderiert. Die genaue Zahl habe ich nicht auf dem Schirm, weil ich auch häufig von Kollegen quasi "inoffiziell" gebeten werde, in deren Klassen zu gehen, um zu informieren.

Wie haben die Teilnehmer reagiert?

Meistens mit Zustimmung. Überwachungshardliner hatte ich noch nicht dabei. Oft werde ich gefragt, wieviel Freiheit ich denn persönlich für wieviel Sicherheit aufgeben würde und dann erkläre ich meistens, dass ich, wenn ich wollte, den Raum, in dem ich gerade diesen Vortrag halte, in die Luft sprengen könnte -- wenn ich denn wollte. Daran würde mich nichts hindern können. 100%ige Sicherheit ist nicht nur einfach eine Illusion -- sie ist sogar ein gefährlicher Irrglaube, der uns alles glauben und akzeptieren lässt, von dem wir uns irgendwie erhoffen, das es 100%ige Sicherheit herstellen könnte.

Was hast du für dich daraus mitgenommen?

Es gibt da draußen eine Unmenge an ausgesprochen netten, hilfsbereiten Menschen, die sich freuen, wenn man ihnen Dinge erklärt oder auf sie aufmerksam macht, mit denen sie sich bisher nicht ausgiebig genug beschäftigt haben und die sich dafür auch gerne revanchieren möchten. Durch den AK Vorrat und die Freiheitsredner habe ich inzwischen quer durch ganz Deutschland neue Bekannte und Freunde, mit denen ich in teilweise regem Kontakt stehe. Auch über das Thema Datenschutz hinaus. Überwachung betrifft uns eben alle -- das schweißt zusammen.

Welche Erfolge sieht du momentan im Freiheitsrednerprojekt?

Dass wir immer noch da und gefragt sind. Die Freiheitsredner sind im Netz entstanden, aber eben nicht wie so viele ad hoc-Netzprojekte wieder verschwunden, nachdem der erste Elan vorbei war. Wir sind immer noch da, bieten unser Wissen an und werden auch immer noch regelmäßig angefragt.

Wo sollte noch nachgebessert werden?

Bei der Werbung. Egal, wo ich spreche, ich muss immer noch erklären, wer und was wir sind. Das ist schlecht. Ich würde mir wünschen, dass ich irgendwann mal einen Vortrag halte und vorgestellt werde mit den Worten "endlich haben wir auch mal einen Freiheitsredner hier, nachdem wir anderthalb Jahre auf der Warteliste standen."

Welche Anregungen kannst du den Freiheitsrednern mit auf den Weg geben?

Trefft euch ab und zu mit Gleichgesinnten auf ein Bier und quatscht einfach mal über andere Sachen. Erstens ist Ausgleich wichtig und zweitens hilft uns als Freiheitsredner das, als Community zusammenzuwachsen. Und gemeinsam ist man stärker.

Wie sieht für dich die Zukunft der Freiheitsredner aus?

In gewisser Weise rosig, denn ich glaube, dass uns auf lange Zeit hin noch einiges an Arbeit bevorsteht. Und das ist gut so. Lebendige Gesellschaften brauchen Impulse. Wir können Impulse geben.

Ein letzter Satz, den du uns noch mitgeben willst?

Gebt Impulse!

Vielen Dank für das Interview!